Satellite based Canopy and Green Observation System
Grünflächen und Bäume sind neben Wasser zentrale Elemente zur Minderung negativer Klimawandelfolgen im urbanen Raum, insbesondere zur Reduktion der Hitzeinselbildung und zur Erhöhung der Resilienz gegenüber Starkniederschlägen. Darüber hinaus verbessern sie die Aufenthaltsqualität, fördern eine aktive Nutzung des öffentlichen Raums sowie nachhaltige Mobilität und tragen nachweislich zur mentalen und physischen Gesundheit der Bevölkerung bei . Eine effektive Umsetzung von Begrünungsmaßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel erfordert eine Verankerung in der örtlichen Raumplanung.
AEE INTEC und B-NK haben gemeinsam mit weiteren Partner:innen in der F&E Dienstleistung RaumGrün & Gemeinden (FFG Nr. 902414) verfügbare Geodatenquellen zum Klimawandel untersucht und integriert, auch unter Nutzung von Satellitendaten, und erste Grundlagen zu daraus abgeleiteten GIS-basierten Vorschlagsmethoden für grün-blaue Infrastrukturen entwickelt. Im Rahmen dieses Projektes wurde auch klar, dass eine zielgerichtete Implementierung von Begrünung eine präzise Bestandsaufnahme urbaner Grünflächen und Baumbestände erfordert, um Potenziale und Defizite datenbasiert zu identifizieren und digitale Analysen zu ermöglichen.
Übergeordnetes Projektziel ist die Entwicklung webbasierter Visualisierungstools auf Basis frei verfügbarer Fernerkundungsdaten zur Erfüllung des EU-weit geforderten Monitorings urbaner Grünflächen und Baumüberschirmung. Neben der Generierung eines hochauflösenden Günraum-Datenlayers mit der Identifikation der entsprechenden Strukturen liegt ein zweiter Schwerpunkt auf der Entwicklung von Algorithmen zur Veränderungsdetektion. Ein professioneller Dialog mit relevanten Institutionen (z.B.ÖROK, Städte- und Gemeindebund, Umweltbundesamt, Vienna Geospace Hub) sowie die Validierung in zwei Klimapionier-Teststädten sichert eine bedarfsgerechte, anwendungsorientierte Toolentwicklung. Zudem sollen Perspektiven für breitere Nutzungsmöglichkeiten der Ergebnisse untersucht werden, wie die Entwicklung urbaner Klimawandelanpassungsmaßnahmen oder die Quantifizierung von Grünräumen als CO2-Senken.
Die Tests am Beispiel von 2 Klimapionierstädten sind so konzipiert, dass Graz als eine Klimapionierstadt mit exzellenter Datenlage den Ausgangspunkt bildet und Gleisdorf als Pionier-Kleinstadt von der entwickelten Methodik profitieren kann. Dies Karten stellen anschließend eine sehr gute Datengrundlage dar, um lokale Potentiale und Defizite zu erkennen.
Projektleitung: AEE – Institut für Nachhaltige Technologien