Projektupdate: Quantitative Mobilitätserhebung Tirol – Auswertung nach gesellschaftsrelevanten Fragestellungen

Projektupdate: Quantitative Mobilitätserhebung Tirol – Auswertung nach gesellschaftsrelevanten Fragestellungen

Die im Frühjahr 2011 durchgeführte Mobilitätsbefragung Tirol erfasste 21.145 Wege und ermöglichte einen Einblick in etliche wegebezogene Kenngrößen.
Es gibt einige wenige Beispiele aus der Praxis, in denen im Zuge von Mobilitätserhebungen auf der Personenebene die Frage nach Betreuungspflichten für andere gestellt wird.

Die Tiroler Mobilitätserhebung aus dem Jahr 2011 ist eines dieser Beispiele und es wurdde die Frage „Waren Sie an diesem Tag für die Betreuung von anderen Familienangehörigen, z. B. Kinder oder Eltern zuständig?“ gestellt. In einer Sekundärauswertung haben wir die quantiven Daten nach gender- und gesellschaftsrelevanten Fragestellungen ausgewertet und so eine Arbeitsgrundlage zum Themenbereich „Gender, Verkehr und Mobilität“ für das Bundesland Tirol erstellt.
Die Auswertungen erfolgten auf Ebene der Wege und nach folgenden mobilitätsrelevanten Kennzahlen: Anzahl der Wege, Dauer der Wege, Länge der Wege, Wegezwecke, Pkw-Verfügbarkeit und Verkehrsmittelwahl. Aufgrund der o.a. Frage nach der Betreuung von Kindern sowie anderer Fragestellungen konnten vertiefende Auswertungen durchgeführt werden, die nicht nur das Geschlecht berücksichtigen, sondern auch den Raumtyp, gemessen am Wohnstandort, sowie detailliertere Altersgruppen. Weiters konnten die Wege der Personen mit Betreuungspflichten mit jenen Wegen von Personen, die keine Betreuungspflichten haben, verglichen werden. Eine Clusteranalyse, in der die Variablen Geschlecht, Alter, Betreuungspflicht und Arbeitsumfang berücksichtigt sind, zeigt, dass die teilzeitbeschäftigten Mittdreißigerinnen die höchsten Prozentwerte bei den Wegezwecken Ausbildung und Schule (31 %), Einkauf (29 %), private Erledigungen (23 %), Bringen und Holen von Personen (57 %) haben. Bei den vollzeitbeschäftigten 50-jährigen Männern ohne familiäre Betreuungsaufgaben sind die Wegezwecke Arbeit (30 %), geschäftliche Erledigungen (37 %) sowie Freizeit (24 %) jene, die am häufigsten anfallen. Diese Studie zeigt deutlich, dass die Tatsache, ob eine Person Betreuungsaufgaben übernimmt oder nicht, einen zentralen Einfluss auf deren Mobilität hat.

 


Weitere Informationen
Bericht Auswertung der Tiroler Mobilitätserhebung nach gender- und gesellschaftsrelevanten Fragestellungen
Bericht Kurzfassung  Auswertung der Tiroler Mobilitätserhebung nach gender- und gesellschaftsrelevanten Fragestellungen

Projektstatus:abgeschlossen
AuftraggeberInnen:
Amt der Tiroler Landesregierung