mobility4job

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„mobility4job“ untersucht (c) AndreasHermsdorf_pixelio.degenderspezifische Mobilitätsbedürfnisse im ländlichen Raum. Ziel des Projekts ist es, mobilitätsbedingte Hemmnisse für den Einstieg in die Erwerbstätigkeit zu identifizieren und Mobilitätsvoraussetzungen und -dienstleistungen für den ländlichen Raum zu definieren, die Frauen und Männern mit Versorgungs- und Betreuungspflichten eine chancengerechte Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen.

 

„mobility4job“ zielt auf die Identifikation und den Abbau von Mobilitätshemmnissen und die partizipative Erarbeitung von Mobilitätslösungen für die Pilotregion Triestingtal und Schneebergland in Niederösterreich ab.

Gerechte Teilhabe von Frauen und Männern am Erwerbsleben ist u. a. nur dann möglich, wenn alle Personen entsprechend ihren Bedürfnissen über gleichwertige Chancen zur Mobilitätsteilhabe verfügen. In ländlichen Gebieten ist dies aber für viele nicht der Fall. Wegen der geringen Arbeitsplatzdichte müssen beim Berufspendeln oft große Distanzen zurückgelegt werden. Dafür fehlen meist geeignete Mobilitätsangebote im öffentlichen Verkehr. Wenn im Haushalt kein Auto zur Verfügung steht oder das einzige Auto vom vollbeschäftigten Familienmitglied zum täglichen Berufspendeln benutzt wird, sind die Chancen zur Mobilitätsteilhabe für die verbleibenden Familienmitglieder stark eingeschränkt.

Insbesondere Personen mit Betreuungs- und Versorgungspflichten, de facto meist Frauen, haben häufig komplexe Wegeketten bei beschränktem Zeitbudget. Die Mobilitätshemmnisse tragen, in Verbindung mit der einseitigen Verteilung der Versorgungs- und Familienarbeit sowie mit unzureichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten, dazu bei, dass für viele Frauen der (Wieder-)Einstieg in das Erwerbsleben erschwert wird.

Um aussagekräftige Erkenntnisse und bedürfnisgerechte Lösungen zu entwickeln, werden verschiedene Erhebungs-, Analyse- und Kommunikationsmethoden kombiniert. In der Pilotregion werden die Mobilitätsbedürfnisse, die vorhandenen Mobilitätshemmnisse und die Ideen zur Verbesserung der Situation mit quantitativen und qualitativen Methoden erhoben. In einem partizipativen Prozess werden umsetzungsreife Lösungsvorschläge für die Pilotregion konkretisiert. Sowohl in der Untersuchung als auch in der Strategieentwicklung werden die vielfältigen Lebensrealitäten, Bedürfnisse und Zeitrestriktionen von Frauen und Männern, insbesondere von jenen mit Betreuungs- und Versorgungsaufgaben, berücksichtigt und bei der Gestaltung der Kommunikationsprozesse einbezogen.

Ein wesentliches Projektergebnis ist die internetgestützte Plattform „Regionale Mobilität lernen“, die für die Organisation von Mobilitätsprojekten in der Pilotregion verwendet wird und darüber hinaus Akteurinnen und Akteure aus anderen Regionen dabei unterstützen soll, sich auszutauschen und eigene (selbstorganisierte) Mobilitätslösungen zu entwickeln und umzusetzen. Erkenntnisgewinne aus dem Projekt somit sind sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf praktischer Ebene zu erwarten.

 

www.regionale-mobilitaet.at

 


Weitere Informationen
Website: www.regionale-mobilitaet.at
Projektbericht mobility4job „Unterwegs zwischen Erwerbs- und Familienarbeit“
Anforderungskatalog für gendergerechte Mobilität im ländlichen Raum „Hohe Mobilität ohne Auto-Abhängigkeit“
Laufzeit: Juli 2012 bis November 2014
Projektkonsortium:
Büro für nachhaltige Kompetenz B-NK GmbH
Universität für Bodenkultur, Institut für Verkehrswesen
Arbeiterkammer Wien

Rosinak & Partner
AuftraggeberInnen:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)